Biogas

Abwärmenutzung mit Schubwendetrockner

Die überschüssige Abwärme der Blockheizkraftwerke von Biogasanlagen kann gut zur Trocknung landwirtschaftlicher Produkte genutzt werden. Von RIELA in Riesenbeck wird jetzt ein optimierter Schubwende-trockner angeboten, der mit unterschiedlichen Produkten aus Landwirtschaft und Industrie beschickt
werden kann. GEORG ROTTWINKEL vom Herstellerunternehmen stellt das Gerät und Einsatzbeispiele vor.
Der Schubwendetrockner kann wechselweise für die Trocknung unterschiedlicher landwirtschaftlicher Produkte, aber auch für die Trocknung von Gärresten, Holzhackschnitzeln oder industriellen Stoffen eingesetzt werden. Er ist wahlweise als Chargentrockner oder Durchlauftrockner einsetzbar. Große und überdeckende Schaufeln oder stabile Spezialfederzinken transportieren und wenden das Trockengut. Große Flächen und geringe Luftgeschwindigkeiten ermöglichen eine hohe Sättigung der Trockenluft, eine sichere Kühlung und einen geringen Energieverbrauch.

Holzhackschnitzel im Lohn trocknen
Friedhelm Schulte-Siering in Bad Bentheim betreibt eine Lohntrocknung von Hackschnitzeln. Die Kunden liefern die Holzhackschnitzel mit einem Feuchtegehalt zwischen 45 und 65 % an. Sie werden auf Endfeuchtigkeiten von 17 bis 20 % getrocknet. Bei 100 %-iger Auslastung des Trockners könnten mit der Abwärme der 500 kW-Nawaro-Biogasanlage über 20.000 Schüttraummeter im Jahr getrocknet werden. Weil bei der Hackschnitzeltrocknung viel Staub anfällt, ließ Schulte-Siering den Trockner zusätzlich mit einer Einhausung samt Luftabführung ausrüsten. Diese Einhausung ist heute Bestandteil der Standardausführung des Schubwendetrockners.

Trocknung von Gärsubstrat
Bei der Bioenergie Steinfurt GmbH & Co. KG im münsterländischen Steinfurt hingegen werden Gärreste getrocknet. Am Standort der Biogasanlage produzieren zwei Fermenter mit jeweils 1.800 m3 Faulraum Biogas für zwei Blockheizkraftwerke.
Beim zweiten BHKW mit 347 kWei und 390 kWth Leistung nutzt man rund 80 kW für die Heizung der Fermenter, die restlichen rund 300 KW,, für die Trocknung der Gärreste. Die separierten Gärreste (25 T) werden im Schubwendetrockner kontinuierlich gefördert und gewendet, bis sie 85 bis 90 %T erreicht haben. Wärmetechnisch ist die Anlage auf 450 kW Heizleistung ausgelegt, es ist vorgesehen, ein weiteres BHKW einzubinden. Heute ist der Trockner mit einer Dacheinhausung ausgerüstet und kann optional mit einem Ammoniakwäscher nachgerüstet werden, um allen Immissionsvorschriften gerecht zu werden.

Fazit
Wichtig für ein Abwärmekonzept von Biogasanlagen ist es, die thermische Energie möglichst ganzjährig zu verwerten.
Nur so lassen sich Einnahmen aus Wärmenutzung und KWK-Bonus erzielen. Wird die Wärme z.B. für die Beheizt von Wohnhäusern genutzt, entfällt in der wärmeren Jahreszeit ein Großteil der Einnahmen. Setzt man die Abwärme hin gen für die Lufterwärmung in ein Schubwendetrockner ein, so kann sie über das ganze Jahr sinnvoll genutzt werd z. B. für die Trocknung der Gärreste ebenso wie für die Lohntrocknung landwirtschaftlicher Schüttgüter oder gewerblicher Produkte. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich einen Markt für Produkte oder die Trocknung als Dienstleistung erschließen kann. (mö)

erschienen in: Neue Landwirtschaft v. 11/2007

Aus den im Schubwendetrockner getrockneten Gärresten werden Pellets gepresst.

Dieser Schubwendetrockner wird zum Trocken von Holzhack-schnitzeln in Lohnarbeit eingesetzt.